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Laborpraxis

Bakteriostatisches Wasser (BAC Wasser): was es ist und wann man es braucht

3 Min. Lesezeit

BAC-Wasser und steriles Wasser neben der Strukturformel von Benzylalkohol und einem Vergleich

Gefriergetrocknete Peptide müssen vor dem Einsatz im Labor gelöst werden, und die Wahl des Lösungsmittels ist weniger trivial, als sie aussieht. BAC Wasser, kurz für bakteriostatisches Wasser, ist dafür das gängigste Mittel. Dieser Beitrag erklärt in fünf Fragen, was es ist, wie es sich von sterilem Wasser unterscheidet, wann welches die bessere Wahl ist und wie man es richtig lagert.

Auf einen Blick

  • BAC Wasser ist steriles Wasser mit 0,9 % Benzylalkohol.
  • Der Zusatz hemmt das Wachstum von Bakterien, tötet sie aber nicht sicher ab.
  • Es eignet sich für Vials, aus denen mehrfach entnommen wird; steriles Wasser für die einmalige Entnahme.
  • Nach dem ersten Anstechen wird ein Vial üblicherweise bis zu 28 Tage verwendet.

1. Was bedeutet „bakteriostatisch“?

Bakteriostatisch heißt: Das Wachstum von Bakterien wird gehemmt. Bakterizid wäre ein Stoff, der sie abtötet. Benzylalkohol in einer Konzentration von 0,9 % verhindert, dass Keime, die beim Anstechen durch den Gummistopfen eingetragen werden, sich im Wasser vermehren. Das Wasser selbst ist steril abgefüllt. International heißt das Produkt Bacteriostatic Water, im Handel auch BAC Water.

2. BAC Wasser oder steriles Wasser?

EigenschaftBAC WasserSteriles Wasser
Zusatz0,9 % Benzylalkoholkeiner
Entnahmemehrfach aus einem Vialeinmalig
Nach dem Anbruchbis zu 28 Tage üblichsofort verwenden
Geeignet fürLösungen, die über Tage genutzt werdenVersuche, in denen Benzylalkohol stören könnte

Benzylalkohol ist nicht für jedes Experiment neutral. In empfindlichen Zellkulturen oder bei Peptiden, die mit Alkoholen schlecht verträglich sind, ist steriles Wasser die bessere Wahl. Für Stammlösungen, die über mehrere Tage aus demselben Vial entnommen werden, ist BAC Wasser praktischer.

3. Wie lange hält ein angestochenes Vial?

Für Mehrfachentnahme-Vials gilt in der Praxis eine Verwendungsdauer von bis zu 28 Tagen nach dem ersten Anstechen, gekühlt gelagert. Vor jeder Entnahme wird der Gummistopfen mit einem Alkoholtupfer desinfiziert. Ungeöffnet ist BAC Wasser bei Raumtemperatur und lichtgeschützt lange haltbar; das Datum auf dem Etikett ist maßgeblich.

4. Gibt es BAC Wasser in der Apotheke?

In deutschen Apotheken ist vor allem „Wasser für Injektionszwecke“ üblich, also steriles Wasser ohne Zusatz in Ampullen. Bakteriostatisches Wasser mit Benzylalkohol gehört dort selten zum Standardsortiment. Für Laborzwecke wird es deshalb meist über Laborhändler bezogen.

5. Wie viel Lösungsmittel braucht man?

Das hängt von der gewünschten Konzentration ab. Ein Beispiel: Ein Vial mit 10 mg Peptid in 2 ml gelöst ergibt 5 mg pro ml. Weil die tatsächlich enthaltene Menge von der Angabe auf dem Etikett abweichen kann, lohnt ein Blick auf die gemessene Menge im Laborbericht. Die Rechnung übernimmt der Peptid-Rechner. Die Technik des Lösens im Labor beschreibt Rekonstitution in vitro.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen BAC Wasser und Kochsalzlösung?

Kochsalzlösung enthält 0,9 % Natriumchlorid, BAC Wasser 0,9 % Benzylalkohol. Beides sind verschiedene Lösungsmittel mit verschiedenen Zwecken.

Kann man BAC Wasser selbst herstellen?

Für reproduzierbare Laborarbeit nicht empfehlenswert: Sterilität und genaue Konzentration lassen sich ohne Reinraum nicht sicherstellen.

Ist BAC Wasser für jedes Peptid geeignet?

Für die meisten. Einige Peptide oder Versuchsaufbauten vertragen Benzylalkohol schlecht; dann ist steriles Wasser die bessere Wahl.

Fazit

BAC Wasser ist ein unscheinbares, aber wichtiges Hilfsmittel: steriles Wasser, das durch einen kleinen Zusatz mehrfach verwendbar bleibt. Wer weiß, wann Benzylalkohol stört und wie lange ein Vial nach dem Anbruch nutzbar ist, vermeidet die häufigsten Fehler beim Ansetzen von Peptidlösungen.

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